Sonntag, 7. August 2011

Temuco

Nachdem ich an meinem Geburtstag abends Fieber bekommen habe und die folgenden 3 Tage im Bett verbracht habe mit Mandelentzündung, sind wir am Donnerstag, den 28.7. nach Temuco gefahren, um dort meinen Pass zu beantragen. Die Busfahrt haben wir uns mit Tee und Frühstück angenehm gemacht, während wir durch die herbstliche, winterliche Landschaft des Südens gefahren sind. Gute Gespräche gehören auch dazu, die paar Tage extra zusammen haben uns gut getan, da wir gerne zusammen sind und uns nie auf den Geist gehen, genau im Gegenteil, wir geniessen jede gemeinsame Minute und besonders auf so einer Reise ist das Qualitätszeit!
Es wurde ein sehr schöner, harmonischer Tag in Temuco, in der Botschaft ist alles gut gelaufen, habe meine digitalen Fingerabdrücke und die Unterlagen abgegeben und danach haben wir die Stadt erkundet. Sind durchs Zentrum gelaufen, haben die verschiedenen Läden besucht, waren im Jumbo, haben zu Mittag gegessen und weiter herumgeschaft. Auch den Markt haben wir besucht, der uns begeistert hat mit seinen guten Angeboten. Die Fotos sind von der Plaza. Endlich mal aus Valdivia herauszukommen und eine andere Stadt zu sehen, hat uns beide sehr erfrischt. Eine neue Umgebung, andere Strassen, freundlichere Leute und ein bisschen Stadtfeeling. Im Vergleich zu Temuco ist Valdivia nur ein ländliches Dorf. Wie gesagt, grosse Begeisterung auf unserer Seite, wir haben so viele neue Dinge entdeckt und angeschaut und dabei viel Spass gehabt.
Am Nachmittag haben wir uns noch in ein gemütliches, typisches Café gesetzt und ich habe einen äusserst leckeren Cappuchino mit Manjar und Leche condensada getrunken und einen speziellen Apfelstrudel mit Rosinen mir schmecken lassen. Ein Gedicht! Einfach ein toller, gelungender Tag und eine willkommene Abwechslung zum Alltag, der so langsam Überhand genommen hat und mich ein bisschen angeödet hat.

Geburtstag Nr. 24

Hatte einen wunderschönen Geburtstag! Am Samstag haben wir erst gut eingekauft und dann angefangen, Pizza zu machen, begleitet von guter Musik und leckerem Rosé-Wein. Die Pizzen sind natürlich gut geworden und so war der erste Teil der Feier schonmal gesichert. Weil mein Geburtstag dieses Jahr an einem Sonntag war, haben wir natürlich schon samstags angefangen. Es kamen Freundinnen zu Besuch, mit denen wir angestossen haben und einen netten Abend verbracht haben. Und vor lauter Unterhaltung und Spass haben, habe ich ganz vergessen, als es 0:00 geworden ist. Marco hat mich darauf aufmerksam gemacht und mich dann mit einem Geschenk überrascht. Wir hatten eigentlich ausgemacht, dass es keine Geschenke gibt dieses Jahr und wir lieber sparen wollen für die Zeit in Deutschland. Deswegen war ich total auf einen Geburtstag ohne Geschenke eingestellt. Dann gab es aber doch etwas für mich und ich war total begeistert, wie man auf diesen Videos sehen kann. Bin ziemlich ausgeflippt und hab mich gefreut wie ein kleines Mädchen über seine neue Barbie. Hehe der Wein hat aber bestimmt auch gut zu meiner ausufernden Freude beigetragen.... Seht selbst... Im Nachhinein kann ich nur lachen über meine Reaktion. Und überhaupt ist es ja ein bisschen seltsam, sich selbst auf Video zu sehen. Naja, die Geschenke sind auf jeden Fall sind auf jeden Fall toll und haben genau meinen Geschmack getroffen: Jede Menge Kosmetik von meiner  Lieblingsmarke Natura, Ohrringe, eine hochwertige Bürste, Parfums, Nagellacke in tollen Farben, eine praktische und schöne Geldbörse und dazu noch diese herrlich romantische Dose! Pure Begeisterung! Es kamen dann noch weitere Dinge dazu, nachdem ich das Foto geschossen habe und auch von meiner Lieblingskollegin im Büro Emelina wurde ich mit Geschenken bedacht. So lieb von ihr! Hätte ich gar nicht erwartet.
 Zum Tanzen ging es dann nach dem Geschenkeöffnen in die New City Bar, um die Nacht unsicher zu machen. Wie üblich hatten wir viel Spass und sind abgegangen wie nie! Eine unvergessliche Nacht!
Am nächsten Tag haben wir natürlich ausgeschlafen und uns dann daran gemacht, das 2. Geburtstagsessen vorzubereiten: 3,7 kg Schweinerippen (Spareribs) im Ofen, mit Kartoffeln und Salat dazu. Ein paar Geburtstagsanrufe habe ich auch bekommen, die mich sehr gefreut haben. Und dann die ganzen lieben Glückwünsche aus dem Internet! Unglaublich, wie viele Leute mir gratuliert haben und nette Worte gefunden haben. Das hat mich glücklich gemacht und ich hatte wirklich einen wunderschönen Tag!

Montag, 18. Juli 2011

Ausflug zu den Thermen

 Gestern morgen sind Anke und ich um 6 :20 Uhr in die Micro (Minibus)  eingestiegen, die uns zu den Thermen von Liquiñe bringen sollte. Es war natürlich dunkel und kalt, aber wir haben uns gut eingepackt mit Decken, Mützen, Jacken und dicken Socken. Tee und Kekse waren unser Frühstück. Der erste Höhepunkt war unser Zwischenstopp bei einem Ofen an der Autobahn, wo "Tortillas de rescoldo", in Asche gebackenes Brot verkauft wird. Dort haben wir zugeschaut, wie das Feuer vorbereitet wird, uns am Ofen gewärmt und auf unser frisches Brot gewartet, während es hell wurde. Dann ging es weiter, durch den Regen, durch die südchilenische Landschaft, immer in Richtung Anden. Hier ein paar Eindrücke von der Fahrt: 

Wie es so üblich ist, muss auch ein irgendetwas schief gehen und so ist unserem Bus nach 5 Stunden die Achse gebrochen. Die Strassen sind auf dem Land in keinem besonders guten Zustand, es sind Kieswege mit tiefen Löchern, ohne Begrenzung oder Markierungen. Die Brücken bestehen aus 2 Holzplanken, eine für jede Seite der Räder. Und nach unten gehts in die Wildnis. Man sieht Wasserfälle, Wildwasserflüsse, viele Schafe, Kühe und vereinzelt auch ein paar Häuser. Da im Moment auch Winter ist und es selbst in Valdivia manchmal 0 Grad hat, haben wir dort in den Anden auch Schnee zu Gesicht bekommen.
Nachdem wir im kaputten Bus 40 Minuten gewartet haben und der Fahrer erfolgreich versucht hat, etwas zu reparieren, hiess es, dass wir abgeholt werden vom 2. Bus und uns dieser wieder zurück nach Valdivia bringt. Darauf hatten Anke und ich natürlich gar keine Lust, wir waren inzwischen durchgefroren (Heizung gibt es in der Micro nicht) und wollten einfach nur ins heisse Wasser. Und weiteren 5 Stunden in der kalten Micro konnten wir auch nichts abgewinnen. Selbstverständlich gibt es dort auf dem Land wo wir uns befanden, weder Handynetz, noch Zivilisation noch öffentlichen Nahverkehr. So haben wir uns entschieden, den Rest zu laufen, es fehlten nur noch 5 Kilometer. Uns war alles egal und wir haben uns auf den Weg gemacht. Ein Stück weit konnten wir trampen und sind so nur noch die letzten 500 meter gelaufen. Da hatte es dann schon angefangen, richtig zu schneien. Wir kamen aber glücklich an, sahen den Wasserdampf, der aus den heissen Thermen herausstieg, haben schnell den Eintritt bezahlt und ausgezogen und uns in dieses herrlich warme Wasser begeben. Fotos gibt es leider nicht, weil alles voll mit Dampf war. Die Entspannung war perfekt, wir haben herumgeplanscht, die Wärme (ein sehr geschätztes Gut) genossen und uns die Hände aufweichen lassen, bis sie ganz voller Falten waren.
Es war recht voll mit Leuten, die sich in den nahegelegenen Cabañas einnisten, das Wochenende dort verbringen, grillen und baden. Es gab auch eine Sauna und Badewannen, wo man ein bisschen einsamer war. Wir haben ein paar kleine Mädels kennengelernt, für die wir DIE Attraktion waren und die uns tausend Fragen gestellt haben. Deutsch wollten sie auch von uns lernen. Auf jeden Fall waren sie lustig und süss, so dass wir mit ihnen gespielt haben und der Tag schnell vorbeigegangen ist. Um 18 Uhr wurden wir wieder abgeholt, mussten uns aber leider auf dem Boden zwischen den Taschen einrichten, da es keine freien Plätze gab. Wir waren aber froh, überhaupt bei den Thermen gewesen zu sein und wieder sicher nach Valdivia zu kommen. Auch wenn es in dem Schneetreiben und mit seltsamen Motorgeräuschen zwischendurch zweifelhaft war. Die Leute sind ganz aufgeregt gewesen, da die meisten noch nie in ihrem Leben Schnee gesehen hatten und sind fast durchgedreht, haben Fotos gemacht, gefilmt und nicht aufgehört, zu rufen "Está nevando, está nevando" ("Es schneit, es schneit"). So ging der Tag zu Ende, wir kamen gut zuhause an und sind todmüde, aber sehr entspannt und richtig sauber ins Bett gefallen. Es fühlt sich gut an, am nächsten Tag richtig fit und erholt aufzustehen und so haben wir die Energie genutzt, die Wohnung in Ordnung zu bringen, ich habe Brennholz geholt und später wieder meinen berühmten und beliebten Zitronenkuchen gemacht. Also ein entspannter Sonntag. Tut gut, endlich mal wieder herausgekommen zu sein aus Valdivia, etwas gesehen und erlebt zu haben und mal wieder eine neue Erfahrung gesammelt zu haben. Morgen ist dann der Abschied von Anke, da sie am Dienstag nach Santiago fährt und am Donnerstag zurück nach Deutschland fliegt. Für sie ist ein Jahr in Chile vorbei. Ich kann mich noch genau daran erinnern, als sie letztes Jahr an meinem Geburtstag ankam und wie wir die erste Zeit hier zusammen verbracht haben. Von da an haben wir öfters etwas zusammen unternommen, uns zum Joggen oder Schwätzen getroffen, Party gemacht oder uns einfach nur so besucht. Nicht zu vergessen unsere sonntäglichen Ausflüge ins Kino, die nun leider Geschichte geworden sind. 

Samstag, 16. Juli 2011

Arbeitswoche im Juli

Endlich mal wieder eine schöne Woche auf der Arbeit. Seit Langem schon habe ich nicht so eine gute Zeit gehabt. So sah die Woche arbeitsmässig aus:
  • Habe ein paar Dinge erledigt, die mir bis dahin unmöglich erschienen: 
    • Soll-Ist-Vergleich der Vertriebssausgaben und Abgleich mit der Buchhaltung. 
    • Informationen gesammelt und aufbereitet zur vergangenen Weihnachtssaison
  • Für Javier Angebote eingeholt (bis jetzt haben wir noch nie zusammengearbeitet, dabei arbeite ich so gerne für Produktion)
  • Interessante internationale Transporttarife angeboten bekommen
  • Den Kanadier glücklich gemacht, so dass er mich in Valdivia besuchen will und mir Rosen mitbringen will
  • In der Produktion der Schokohunde für den Tag des Kindes geholfen, als es dringend war, weil wir den Liefertermin mit unserem Kunden Paris (mit dem ich auch viel in Kontakt war) einhalten mussten und die Gehäuse nicht rechtzeitig angekommen sind
  • Die Lieferzeiten dieser und anderer dringend benötigten Waren verfolgt und die schnellstmögliche Auslieferung verhandelt
  • Auch bei den Eichhörnchen und Nilpferden beim Verpacken geholfen, jede Menge Schleifen gemacht, Aufkleber aufgeklebt und Untersetzer zusammengebaut. 
  • Am Ende endlich ein bisschen Klarheit über die Rechnungen der Kunden bekommen
Und ausserhalb der Arbeit habe ich etwas lang Ersehntes erreicht: Endlich habe ich ein Visum!!! Konnte es diese Woche abholen und habe mich gleich bei der internationalen Polizei gemeldet und meinen Ausweis beantragt. Hach, wie lange hatte ich darauf gewartet! Letzten November habe ich es beantragt und inzwischen schon die Hoffnung verloren, es überhaupt noch zu bekommen. Was für eine Erleichterung!

Andererseits kann ich noch Folgendes erzählen: Die ganze Woche hat es geregnet, sogar geschüttet, wie aus Kübeln. Die Häfen sind schon seit Tagen gesperrt, deswegen gibt es auch keinen Fisch auf dem Fischmarkt. Den Regen mag ich aber, er ist so beruhigend. Es ist angenehm, beim Plätschern des Regens einzuschlafen oder durch die graugeregnete Landschaft zu fahren. Und beim Arbeiten, als wir alle in einer Linie zusammengearbeitet haben, um die Hunde fertigzustellen, wo wir mit den Chefs (die das vierfache von mir und das Zehnfache der normalen Angestellten verdienen) nebeneinander am Tisch standen, valdivianisches Radio gehört haben und den Regen auf das Dach trommeln hörten, hatte ich wieder so einen einmaligen, unvergesslichen Moment. Dieses Moment, wo man nur an das Hier und Jetzt denkt, glücklich ist und die Zeit stehen zu bleiben scheint und alle Probleme verschwinden. Der Tag und auch dieser Moment gingen dann aber genauso schnell vorbei wie alle anderen und am nächsten Tag war alles wieder halbwegs normal und Alltag eben. Was aber auch noch die Regel des Alltags unterbrochen hat, ist unser (Marco und meiner) spontaner Ausflug in die Mall am Donnerstag. Sind kanadisches Jogurteis (Yogen Früz) essen gegangen, welches aus gefrorenen Früchten und Jogurtmasse hergestellt wird mit einer Wundermaschine. Ansonsten haben wir die üblichen verdächtigen Läden angeschaut (CasaIdeas, PreUnic und Unimarc) und uns ein paar unnötige Luxusgüter gekauft: Geruchstütchen für das Schlafzimmer, speziellen Kaffee fürs Büro (den, den es dort gibt, mögen wir nicht), meine geliebten Hafer-Kakao-Kekse und meine spezielle Marmelade aus Waldfrüchten. Alles Dinge, die den Alltag ein bisschen lebenswerter machen. Im Büro ist die Stimmung aber auch wirklich sehr gut, wir hatten Besuch vom kleinen Borja (6 Monate alt, der Sohn meiner Chefin) und Javier erzählt uns immer von seiner kleinen Tochter Zoe (2 Monate) und was sie so anstellt. Inzwischen ist er wieder gut drauf, teilweise war er extrem angespannt, launisch und schlecht drauf und das färbt immer ab auf das Arbeitsklima bei uns. Aber wie gesagt, im Moment ist alles in Ordnung und hoffentlich geht es so schön weiter.
PS: Mañana will be a great day! Termas de Liquiñe con Anke en la micro!

Montag, 11. Juli 2011

Juli 2011 in Valdivia

Es gibt nicht besonders viel zu erzählen, hier läuft das Leben so vor sich hin. Mir gehts soweit gut, unter der Woche geht es um die Arbeit, die Zeit geht immer schnell rum und plötzlich ist schon Feierabend. Abends entspanne ich, am besten beim Schwimmen. Am Wochenende sind wir tagsüber zuhause, sitzen am Feuer, ich mache die Wäsche, letztes Wochenende habe ich wieder Lasagne gemacht und dann noch Leche Asada, einen typisch chilenischen Nachtisch. Am Mittwoch konnte ich ein bisschen früher nach Hause von der Arbeit, da ich einen Scheck auf der Bank tauschen musste und dann nicht nochmal extra aufs Land hinaus fahren sollte. Die paar freien Stunden habe ich sehr genossen. Habe Tageslicht gesehen! Und Frischluft geatmet! Zuhause habe ich mein Lieblingsessen gekocht, Reis mit Paprikagemüse. Einfach, schnell und lecker. Dann habe ich Marco ein bisschen Gesellschaft geleistet, er hat unten im Laden bedient. Haben unseren gemeinsamen Nachmittag genossen.
Hier noch ein Foto von letztem Wochenende, wir Mädels haben den Geburtstag von Chris, einer Brasilianerin gefeiert, in der Última Frontera. Dani und ich haben zusammen chilenischen Wein getrunken. Ansonsten waren Mädchengespräche, viel Gekichere und internationale Bekanntschaften angesagt. Ein schöner Abend und eine eiskalte valdivianische Nacht.
Gestern Abend haben wir 4 Mädels uns wieder getroffen, diesmal bei Dani zuhause und haben dort die Fortsetzung veranstaltet. Wieder mal ein lustiger Abend, es ist spät geworden und dummerweise hatte ich meinen Schlüssel vergessen, so dass ich über das Dach zuhause einsteigen mussten. Dat war mal ein Abenteuer.. Aber ich habe es überlebt und den Sonntag wie üblich mit ausschlafen, herrlichem Millonenfrühstück, am Ofen sitzen und skypen verbracht. So weit, so gut. Eine neue Woche beginnt. Auf dass sie genauso gut oder noch besser wird.

Montag, 20. Juni 2011

Juniwochenende


Wir waren mal wieder aus, zum tanzen, gestern. Letztes Wochenende haben wir unseren 4. Hochzeitstag gefeiert, aber ganz ruhig, zuhause, mit Caipirinha aus der Blumenvase. Gemütlich wars und ein schöner Abend. Mein Geschenk hat Marco überrascht und auch gut gefallen. Ich habe ihm ein Foto von uns, aber als Magnet, geschenkt. Den Tag haben wir schön harmonisch zusammen verbracht, sind ins Zentrum gelaufen und waren schaufensterbummeln. Also nichts grosses, aber auf jeden Fall schön. Wir geniessen die Zeit zusammen und sind glücklich miteinander. 4 Jahre ist auch eine ziemlich lange Zeit (zumindest für mich, mit 23) und ich bin stolz darauf, dass wir es bis hierhin geschafft haben und alles gut läuft. Hach, die Liebe....
Wie gesagt, gestern waren wir aus, wir haben zu zweit immer sehr viel Spass, waren mal wieder im City. Da wir letzte Woche nicht da waren, wurden wir schon vermisst...Wir haben uns eine tolle Nacht gemacht. Es ist so schön, miteinander wegzugehen und gemeinsam Spass zu haben. Wir sind schon ein gutes Ausgeh-Team!
Der Abend hat damit angefangen, dass die Jungs ein bisschen gegrillt haben...
Anke und ich sind ins Kino gegangen (Agora hiess der Film) und dann noch in den Bunker, etwas trinken. Also bis dahin ein gelungenes Wochenende. Heute habe ich eher die Nachwirkungen von gestern auskurieren müssen (von wegen, Mistral macht keinen Kater...). Es regnet, wie die ganze Zeit, Marco macht Feuer, wir habens schön warm und schauen die Sonntagsdokus über Chile und seine (kulinarische) Kultur: Recomiendo Chile und Frutos del País. Da lernt man so einiges, es ist wie eine Reise durch das Land, nur eben bequem vom Sofa aus. Aber was es alles noch kennenzulernen gibt! Dieses Land hat so viel zu bieten und das meiste ist einem gar nicht bewusst. Sehr interessante Sendung also.
Und nachmittags habe ich dann angefangen, einen Zitronenkuchen zu backen. Ist auch richtig gut gelungen!

Bin ein bisschen stolz auf mich, ansonsten habe ich ja nicht so ein gutes Händchen in der Küche. Dieses Wochenende habe ich sogar gekocht und Frühstück gemacht! Und auch noch geputzt. Alles Sachen, um die sich Marco normalerweise kümmert. Aber diesmal habe ich ihm ein bisschen was abgenommen und habe sogar viel Spass an den Hausfrauentätigkeiten... Vorallem, wenn das Ergebnis dann von allen bestaunt wird. Meinen Arbeitskollegen werde ich morgen etwas mitbringen, denen schmeckts bestimmt.
Also, auf in eine neue Woche!!

Sonntag, 5. Juni 2011

Martini-Abend, Betriebsfeier und Vulkanausbruch

Gestern haben wir gemütlich zusammengesessen und Martini getrunken. Lecker, lecker, mal was anderes, mit grünen Oliven. Wir Mädels habens genossen. War ein schöner Abend. Tagsüber bin ich nur faul gewesen, hab fernseh geschaut, im Sessel geschlafen, Game of thrones geguckt und gefaulenzt. Die Betriebsfeier war übrigens sehr gut, wir haben ordentlich gegessen, der Wein war auch dabei, die Stimmung gut und auch wirklich viele Leute da. Die Zeit ist schnell rum gegangen und schon waren wir auf dem Weg zur Disko Nova-Nova. Da haben wir sogleich die Tanzfläche unsicher gemacht. Die Damen von Entrelagos, die Schokolade herstellen, sind durchschnittlich 45 Jahre alt und es sind auch alles Frauen. Ausserdem waren noch der Finanzchef Benito und der Einkäufer Manolo dabei. Wir haben viel getanzt, vorallem Cumbia, Charros de Lumaco und ähnliches. Musica popular eben... Mir gefällts!

 Und heute waren wir in Niebla, am Strand, das Meer war ganz nah. Das Wetter herrlich, viel Sonne und frische Luft. Delfine haben wir aber keine gesehen dieses Mal.

 Der Vulkan Puyehue ist gestern ausgebrochen, er liegt etwa 90 km entfernt von Valdivia in Richtung Anden. Es steigt viel Rauch heraus und die Asche ist bis nach Argentinien gezogen. Die Umgebung wurde evakuiert, aber ansonsten ist alles unter Kontrolle.

Samstag, 4. Juni 2011

El Rebellín


 Es geht mal wieder auf und ab: Ein paar Tage, die nahezu perfekt erscheinen und wo jede Minute genossen wird und dann wieder eine Zeit der schlechten Laune, wo alles deprimierend ist und nur negativen Gedanken vorhanden sind. Manchmal erscheint alles so harmonisch, in einem wunderbaren Licht, so dass man sich an Probleme gar nicht mehr erinnern kann. So zum Beispiel heute, wie man auf den Bildern sieht. Wir hatten Besuch aus Santiago von einer Person, die die neue Confiserie eröffnen und leiten wird. Sie hat die Fabrik kennengelernt und ich habe ihr viel erzählt und die Umgebung gezeigt. Dabei sind auch diese Fotos entstanden. Wir haben auch die Regenwassergewinnungsanlage besichtigt. Sie gehört dem Mann meiner Chefin und er verkauft das "geerntete" Regenwasser in stylischen Flaschen an die hippsten Hotels und Restaurants, natürlich zu entsprechenden Preisen. So wird der Regen hier gewinnbringend genutzt und daran fehlt es eigentlich nie. Auch wenn es die letzte Zeit so gut wie gar nicht geregnet hat. Es ist inzwischen ziemlich kalt geworden, über 10 Grad haben wir selten und man muss sich immer warm einpacken. Gut, dass wir im Büro ein Heizung haben. Wir Frauen hatten es bis jetzt ganz gemütlich, haben öfters mal Kaffee getrunken, Mandarinen gegessen und ein Schwätzchen gehalten. Aber nun sind der Besitzer und der Produktionsleiter von ihrere Reise zurück und es ist vorbei mit der Ruhe. Diskussionen, Besprechungen, Zurechtweisungen, Entscheidungen.. Es findet so ziemlich alles statt in unserem Büro. Und dabei muss auch noch gearbeitet werden. Habe die letzten Tage ein bisschen mit der Produktion zu tun gehabt und habe selbst so einige Schokoladen-und Marzipankisten hergestellt. Immer, wenn etwas zu verschenken ist oder es eine Probieraktion gibt, helfe ich gerne meiner Lieblingskollegin Emelina dabei, alles vorzubereiten. Dabei ist man im direkten Kontakt mit den Spezialitäten der Fabrik. Das macht mir immer Spass, da ich ja sonst nur an meinem Schreibtisch sitze. Und da inzwischen die Hochsaison vorbei ist, ist es inzwischen wirklich entspannend geworden. Und meine Chefin sehe ich sowieso nie und sie ist auch weder an mir noch an meiner Arbeit interessiert, von daher nehme ich es locker. Manchmal sitze ich auch nur die Zeit ab und hoffe, dass es bald 17:30 wird. Nur: Wenn man darauf wartet und nichts zu tun hat, geht die Zeit noch langsamer herum. So versuche, mich auf andere Sachen zu konzentrieren, Material für meine Thesis zu lesen uns zusammenzufassen, generell damit voranzukommen und organisatorisches zu erledigen. Besonders viel Motivation habe ich im Moment also nicht für die Arbeit, die Situation ist längst nicht mehr so perfekt wie noch letztes Jahr, wo ich mit allem so überglücklich war.
Gerade, wenn man so in der Routine drin ist, vergisst man, wo man sich befindet und wie schön und wertvoll eigentlich alles ist, was man um sich herum aufgebaut hat. Und manchmal wird es einem dann klar und man nimmt sich Besserung vor. Heute zum Beispiel war die Stimmung ausgezeichnet, alle waren ausgelassen und gut drauf. Es wird nämlich gefeiert: Der 30. Geburtstag des Unternehmens und das Ende der Hochsaison. Das ist schön, dass es solche Veranstaltungen gibt. Wir halten generell alle gut zusammen und insgesamt arbeiten alle Leute gerne bei Entrelagos. Und da sich alle schon so lange kennen (25 Jahre sind die meisten durschnittlich dabei, als alles im Hinterhof von Don Tiglat angefangen hat), gibt es eine grossen Verbundenheit und Nähe. Die meisten sind beste Freundinnen und haben so gut wie alles im Leben der anderen mitgekriegt: Das erste Mal ausgehen, der erste Mann, das erste Kind, das zweite Kind, das erste Enkelkind usw. Wenn man den ganzen Tag zusammenarbeitet über so viele Jahre hinweg, kennt man alle Macken und jedes Detail aus dem Leben der anderen.
Die Fabrik
Mal schauen, wie es heute wird auf der Feier. Wir gehen in ein All-you-can-eat-Restaurant und danach noch tanzen. Die Vorfreude ist gross, die Stimmung garantiert gut. Es gibt immer etwas zum Lachen. Ich freue mich drauf, auf die Leute, auf die Stimmung, auf das Zusammensein. Jetzt muss ich mich mal fertig machen. Was zieh ich denn Hübsches an? Rock und Stiefel war mein Plan. Bin gespannt, wie es wird. 
Bis bald!
El Rebellín, lote 2, salida norte km 10, VALDIVIA - Chile

Sonntag, 15. Mai 2011

Herbstliche Gedanken


Herbst ist es geworden. Nicht mehr zu übersehen inzwischen. Explosion der Farben in der Natur, noch intensiver als im Sommer. Immer, wenn ein Blatt fällt, wird klar, dass der Baum ein Leben hat: Es gehen so viele biologische Prozesse in ihm vor und es ist ihm anzusehen, dass ihm die Ressourcen fehlen, um alle seine Blätter, die wie seine Kinder erscheinen, bei sich zu behalten. Der Boden ist bedeckt mit dem, was übrig bleibt und seinen Zweck nicht mehr erfüllen kann, wenn die Tage kürzer werden und das wenige Licht nicht mehr ausreicht, um das Zusammenspiel, das wie selbstverständlich scheint, aber trotzdem noch ein Wunder ist, aufrecht zu erhalten. 
 Die Universität, der botanische Garten, das ist Valdivia. Und nicht das Zentrum mit seinen armseligen Geschäften. Es ist die Natur, die Umgebung, die Geschichte und auch das Klima, was einen Ort und auch seine Menschen ausmacht und von anderen unterscheidet. Hier lerne ich jeden Tag etwas Neues darüber hinzu und verstehe so umso mehr, warum die Menschen so sind, wie sie sind, warum sie so denken, wie sie es tun. Und dass nicht einfach jemand daher kommen kann und die Dinge ändern kann. Weder die Politik, noch die Demonstrationen, die hier die ganze Woche stattgefunden haben. Hier tut sich so einiges. Eine Freundin vom Schwimmen wurde von einer Tränengasbombe getroffen, hat einen gebrochenen Kiefer und eine Narbe mit 5 Stichen im Gesicht. Es ist unglaublich, wie es hier mit der Meinungsfreiheit aussieht. Die Studenten gehen auf die Strasse, friedlich und geordnet, um gegen ein kriminelles Projekt zur Zerstörung Patagoniens zu demonstrieren. Und was ist die Antwort: Wasserwerfer und Tränengas. Auch ich bin unverschuldet dazwischen gekommen und es ist wahrlich nichts Angenehmes. Absolut unnötig, die übertriebene Gewalt der Polizei. Es ist einfach nicht schön anzusehen, wie das Land zerstört werden soll. Ein Land, was so viel zu bieten hat und dessen wertvollstes Eigentum nicht das Kupfer ist, sondern die einmalige Schönheit der Natur, die unersetzlich ist. 
Hier noch ein Ausblick über die Stadt, dich mich in den letzten (fast) zwei Jahren geprägt hat, aufgenommen hat und hat leben lassen. 

Donnerstag, 12. Mai 2011

Zweite Maiwoche

Tja, schon die Hälfte der Woche rum.. Es geht so schnell.. Montag war gemütlich auf der Arbeit, wir drei allein im Büro, die Chefs sind auf Geschäftsreise, da kamen wir ein bisschen zum schwätzen. Die Hochsaison ist inzwischen beendet, Ostern und Muttertag sind vorbei, jetzt wirds es entspannter. Alle Saisonkräfte sind entlassen, es gibt keine Nachtschicht mehr und überhaupt ist alles viel entspannter.  Während der Hochsaison hatte keiner Zeit für nichts, alle waren hochbeschäftigt, kurz angebunden und sehr leicht reizbar. Jetzt ist das Klima sehr viel entspannter und alle sind lockerer drauf, so machts auch mehr Spass. Es geht also gewissermassen eine neue Phase los. Dazu hatten wir auch direkt ein Meeting, um alle neuen Herausforderungen aufzunehmen. Auch ich habe neue Aufgaben, die mir viel Zeit in Anspruch nehmen werden. Mal schauen, wie es wird, besonders motiviert bin ich nicht, aber naja. 
Inzwischen wurde ja die Uhr umgestellt, hier ist jetzt Winterzeit. Und man merkt es. Die Zeit der traumhaften Sonnenaufgänge, die ich auf dem Hinweg beobachten konnte, ist vorbei. Im Dunklen kommen wir in der Fabrik an und wenn wir abends zum Feierabend herauskommen, erwischen wir grade noch so das letzte Licht. Ein bisschen deprimierend. Vor Allem das Aufstehen fällt schwer, besonders, wenn es dann noch regnet und das Bett so kuschelig ist. Heute zum Beispiel hab ich verschlafen und musste selbst zur Fabrik fahren. Die Bilder sind von dem Weg, wo ich entlang laufen muss. Und das untere ist der Anblick, den wir bei unserer Ankunft haben.
Die nächsten Tag haben wir Besuch von unseren Verkäufern aus Santiago. Da wird es sicher lang dauern, es gibt viel zu besprechen und zu analysieren. Bin mal gespannt. 
Auf der anderen Seite habe ich eine freudige Nachricht seit letztem Freitag: Mein Prof hat mir geschrieben, dass ich meine Thesis bei ihm schreiben kann und dass er mit meinem vorgeschlagenen Thema einverstanden ist! Das heisst, ich bin schon ein bisschen am schreiben, damit ich das endlich erledigt bekomme! Bin erleichtert, dass ich endlich anfangen kann.