Montag, 9. Mai 2011

Erste Maiwoche

Nachdem ich letztes Wochenende flach lag, ging diese Woche umso mehr ab: Am Donnerstag hatten wir im Unternehmen eine Feier zum Tag der Arbeit, wo es nachmittags um 15 Uhr mit Wein und Tequila Margarita losging, die das Fleisch begleiteten. Die Stimmung war gut, später wurde dann auch getanzt, aber ich bin nach Hause, um Marcos Geburtstag zu feiern. Er ist stolze 31 geworden und wir sassen gemütlich mit Freunden zusammen und haben mit Jägermeister den Tag gefeiert. Marco hats gefallen...
Am nächsten Tag war das Aufstehen für mich besonders schwer, aber ich bin trotzdem arbeiten gegangen. Konnte aber glücklicherweise früher gehen und nachmittags ausspannen. Das tat gut. Abends waren Marco und ich dann noch in einem gemütlichen Restaurant und haben uns ein Sandwich reingezogen. Agridulce nennt es sich und ist schön gelegen am Flussufer. Zurück sind wir dann durch die Nacht gelaufen, ein absolut romantischer Tag also!
Am Samstag haben wir dann richtig reingehauen: Zuhause haben wir angefangen, ich trinke inzwischen gerne Vodka mit "Woman", das ist so eine spezielle Limonade. Und später sind wir ins City gegangen und hatten sehr viel Spass, wie man sehen kann: 

Donnerstag, 28. April 2011

My new hair

Am Freitag habe ich Strähnchen bekommen! Eine Freundin von Marco, die hier in Valdivia wohnt, ist Friseurin und hat mir die Haare geschnitten und gefärbt. Im Tausch dafür gab es Entrelagos-Schokoladenhasen für sie. Endlich habe ich eine neue Frisur. Ein bisschen Farbe schadet nicht, ich finde, es ist sehr schön geworden und ich bin glücklich mit meinen neuen Haaren. Sie hat sie mir auch extra schön hingeföhnt am Freitag (Foto links) und so bin ich ganz schick tanzen gegangen. In der Disko war nicht viel los, es war ja Karfreitag. Ein paar Leute haben gemütlich an den Tischen und der Bar gesessen. Als wir als die Ersten auf die Tanzfläche gegangen sind, sind plötzlich alle aufgestanden und haben auch angefangen zu tanzen. Ab da ging es mit der Stimmung nur bergauf und die Nacht wurde noch sehr lustig. Zuhause hatten wir mit Wein und Fleischspiessen gemütlich angefangen, während mir die Haare gemacht wurden. Ein schöner Abend auf jeden Fall!
Und so sehen meine Haare inzwischen aus. Ich selbst nehme mir meist nicht die Zeit, mich besonders zu stylen, sondern kämme mich nur kurz, während ich im Dunklen aufstehe und mich für die Arbeit fertig mache. Morgens habe ich da keine Geduld zu und wenn ich vom Schwimmen komme, auch nicht. Also muss es einfach so gehen. Aber Komplimente bekomme ich trotzdem. Meine neuen Artesanía-Ohrringe kann man leider nicht genau erkennen, aber ich versichere, dass sie sehr schön sind. Handgemalte goldene Linien auf Holzdreiecken. Ich freue mich darüber, etwas schönes neues gefunden zu haben, vorallem wenn es sich um Ohrringe handelt, von denen ich nie genug bekommen kann. 
PS: Heute habe ich ich Cotys Murta con Membrilla probiert, sehr lecker ist es geworden. Und auf der Arbeit gabs mein Lieblingsessen: Porotos con riendas. 
Ansonsten nichts Neues von der Front...

Dienstag, 26. April 2011

Sunday in the city



Den Sonntag haben wir als Pärchentag genutzt. Haben kuschelig ausgeschlafen im warmen Bett und haben uns dann auf den Weg ins Zentrum gemacht. Zu Fuss, durch die sonnigen Strassen und über den Fluss, in dem sich die Seelöwen tummelten. Es war Fischmarkt (wie jeden Tag), aber dank Ostern war es etwa dreimal voller als sonst. Ein geschäftiges Treiben, die Verkäufer, die lautstark ihre Fische anpreisen "va llevar merluza caserita?", "Almejas 3 por 2, 3 kilos por dos mil, grandes y baratos", "quiere probar salmón ahumado, de Mehuin?", "tengo locos, locos frescos", "las bandejas de jaiva a 2 mil", "consulte dama"... usw.

Die Zeit der Murtas hat angefangen, überall werden die kleinen roten Früchte in Körben zu $ 2.000 pro Kilo angeboten. Ich mag sie lieber eingemacht mit Quitten "Murta con Membrillo", nennt sich das ist und ist ein sehr typischer Nachtisch hier. Demnächst muss ich mal wieder welche kaufen. Ach nein, Coty macht gerade welche. Hausgemacht ist bestimmt viel besser. Bin gespannt, sie zu probieren.
Ausserdem gibt es auf dem Markt seltsame Pilze in den aussergewöhnlichsten Formen und Farben.. Und Kastanien und Pinienkerne werden angeboten. Alles Naturerzeugnisse, von Hand geerntet, von älteren Damen oder Herren auf den Markt gebracht und angepriesen. Das Leben dieser Händler ist auf jeden Fall nicht einfach: Den ganzen Tag in der Kälte draussen, bei Wind und Wetter, morgens um 7 gehts los und dann heisst es, auf die Kunden zu warten, bis der Tag vorbei ist. Aufräumen, abbauen und wieder nach Hause.  
Unser Sonntag war entspannter: Der Spaziergang ging weiter, über die Plaza von Valdivia, Bekannte treffen, an einem Café vorbeilaufen, in Galerien hineinschauen, zur Mall, rumgucken, einen der besten Hamburger Chiles essen, begleitet von einem leckeren Himbeersmoothie. Wir haben einen neuen Lieblingsort zum essen, Niebla und der Fischmarkt sind out, jetzt gibt es hier "Juan Maestro". Das ist eine Sandwich-Kette, die hochwertiges Fast-Food verkauft und uns mit ihren Angeboten als Kunden gewonnen hat. Wir gehen gerne hin, da es einer der wenigen Orte ist, wo man gute Qualität für wenig Geld bekommt. Im Moment absolut im Trend hier. Bis jetzt war Valdivia nicht so globalisiert, sondern solche Ketten gab es nur in Santiago, aber so langsam fängt es an, moderner und aufgeschlossener zu werden im Bezug auf Konsummöglichkeiten.
Als Nachtisch sind wir zu Entrelagos gelaufen und ich habe einen frisch gebrühten Kaffee getrunken (sonst gibt es in Chile nur Nescafé-Instant-Pulver, selbst in Restaurants) und einen erfrischenden Orangenkuchen gegessen (wie Pie de limón, nur eben mit Orange). Das Beste dort ist allerdings immer die Soda, die den Kaffee begleitet...
Zuhause haben wir uns um die haushältlichen Tätigkeiten gekümmert, gewaschen, Brot gebacken und geputzt. Das Abendbrot mit eigenem Mohnbrot und frischem Käse war besonders schmackhaft. Da war die Suppe vom Vortag ganz vergessen...
Alles in allem ein herrlich gemütlicher Sonntag, der das Wochenende schön abgerundet hat. Können wir gerne wiederholen.

Herbstspaziergang

  Was gibt es schöneres, als von einem schönen, sonnigen Feierabend empfangen zu werden und diesen mit einem herrlichen Herbstspaziergang zu nutzen. Den Hund haben wir mitgenommen, er ist glücklich durchs Laub gerannt, hat aus dem Bach getrunken und ist am Fluss entlang gelaufen.
Wir sind zum Jardín Bótanico gegangen, der auf dem Campus liegt. Er leuchtet in den verschiedenen Farben des Herbstes, grün, holzbraun, gelbes und rotes Laub, der Boden bedeckt von abgefallenen Blätter. Herrlich, hindurchzulaufen und sie hochzuwirbeln...

Die Flüsse lagen im Abendlicht ruhig da, es war frühlingshaft warm und das nach dem starken Unwetter vom Donnerstag und den letzten kalten Tagen und Nächten.
Draussen zu sein, die frische Luft zu atmen, die Vögel am klaren Himmel zu beobachten, die Gerüche der verschiedenen Bäume zu unterscheiden versuchen... einfach totale Entspannung nach einem Arbeitstag. Absolut empfehlenswert und wieder ein Grund, der das Leben hier auf der Isla Teja so angenehm ist. Die Natur ist hier so unglaublich nah. Schön, wenn man sie so geniessen kann und das auch noch zu dritt! Das tut so unglaublich gut und das Leben lebenswert.

Sonntag, 24. April 2011

One month later

Vorletztes Wochenende habe ich gekocht: Samstagmorgens waren wir im Lider einkaufen, Marco brauchte Zutaten für seine Torten. Ich begleite ihn und nutze es, um schön herumzuschauen, was es so alles gibt. Den kleinen Martin haben wir auch mitgenommen und ihm ein Spielzeugauto gekauft. Sozusagen ein kleiner Wochenend-Familienausflug. Ich sollte mich um das Essen kümmern und so habe ich Lasagne gemacht. Normalerweise koche ich nie und da freut es mich umso mehr, wenn es was wird und es allen geschmeckt hat. War selbst ein wenig überrascht, wie gut es mir gelungen ist.
Ansonsten haben wir an dem Wochenende nicht viel gemacht, waren nicht Party machen und auch sonst auf keinem Ausflug. Am Sonntag haben wir ein neues Handy für mich gekauft, mit dem ich sehr glücklich bin. Es spielt Musik, macht gute Fotos, liegt angenehm in der Hand und erfüllt auch sonst alle Zwecke. Hach, und endlich kann ich Marco anrufen und wir können kommunizieren. Als er mich das erste Mal angerufen hat, war ich ganz aufgeregt vor Freude. 
So sieht es aus, mein neuer Schatz. Habe gleich Fotos und meine neue Lieblingsmusik draufgeladen, die ich jetzt immer auf der Arbeit anhöre oder auf dem Weg zum Schwimmen, wenn die Micro mal wieder so lange braucht. Ja, inzwischen hat das Training wieder angefangen und ich habe sehr viel Spass dabei und bin auch motiviert. Auch wenn wir unglaublich viele Leute waren letztes Mal und gar nicht richtig Platz hatten zum Schwimmen. 20 Leute in einer 25m-Bahn... Naja, aber es tut gut, danach bin ich richtig entspannt und habe endlich eine Abwechslung zur Arbeit, komme auf andere Gedanken und treffe neue Leute. Mal schauen, wie es weiter geht. 
Letztes Wochenende haben wir uns freitags gemütlich bei uns getroffen mit Freunden, haben Vodka mit Limo getrunken, uns unterhalten und gute Musik gehört. Sehr gechillt und lustig. Eine schöne Nacht. Aber der nächste Tag war nicht so schön: Mir ging es gesundheitlich sehr schlecht und so bin ich den ganzen Tag im Bett geblieben. Abends um 22 Uhr bin ich mal aufgestanden. Ansonsten habe ich geschlafen, versucht, den Schwindel zu überwinden, viel Wasser getrunken und meine Serien geschaut, damit die Zeit schneller rumgeht.  Abends waren wir bei Freunden, wir Mädels haben uns die Nägel lackiert, geschwätzt und die Jungs haben sich über Autos und Fussball unterhalten. Ein richtig spiessiger Abend also, aber in dem Moment gerade das Richtige. Der Sonntag war dann auch eher entspannt, zuhause, Regen, Skype, gemütlich. 
Diese Woche war recht kurz, auch wenn die Tage eigentlich immer schnell rumgehen. Den Freitag brauchte ich aber auch als freien Tag, in letzter Zeit war es mal wieder stressig und ich hatte am Ende wenig Lust, zur Arbeit zu gehen. Gerade auch, weil es morgens richtig kalt ist und dunkel. Vor einem Monat noch hatte ich wenigstens immer einen traumhaften Sonnenaufgang, der mich morgens erwartet hat. Jetzt nur Dunkelheit. Und mit der Kälte und dem Regen fällt es immer ein bisschen schwerer, aufzustehen. Aber bis jetzt hab ich es immer hingekriegt, wenn auch mit Stress. 


Am Donnerstag ist der Strom ausgefallen, weil es ein Unwetter gab. Hier zuhause von 12-23 Uhr. Auf der Arbeit erst am 17 Uhr, so habe ich ganz normal gearbeitet und kam dann ins dunkle Zuhause. Wir haben Torten gemacht im Kerzenlicht und von Hand die Mayonäse angerührt. Und alles natürlich in der Stille, ohne Fernseher oder Musik. Dann kam der Strom aber wieder. Ich bin aber früh schlafen gegangen. Am Freitagmorgen haben wir die Torten fertiggestellt und dekoriert und sind dann ins Zentrum gegangen. Ein bisschen durch die Stadt spaziert, ein paar Sachen besorgt und einfach die Ruhe genossen, es war alles leer und still. Abends haben wir etwas getrunken, ich habe die Haare gemacht bekommen und wir sind tanzen gegangen.


Heute haben wir gemütlich im Bett gefrühstückt und dann bin ich mit einer Freundin ins Zentrum gegangen, um ein bisschen zu spazieren und Schaufenster zu bummeln. Hab mir eine Zeitung gekauft und mich auf eine Bank gesetzt und sie gelesen. Später bin ich zu Fuss nach Hause gelaufen, über die Brücke, dabei sind diese Fotos entstanden. Ich geniesse es, so zu entspannen, keine Verpflichtungen zu haben und meine Zeit frei einteilen zu können. Hier zuhause haben wir Suppe gekocht und sitzen auf dem Sofa. So sieht unser Samstagabend-Panorama aus. 

Marios Besuch

Schon seit einem Monat habe ich nichts mehr hier geschrieben. Viel ist nicht passiert in der Zwischenzeit, viel Arbeitsalltag und Routine. Aber zwischendrin kam Mario zu Besuch, das war eine schöne Abwechslung. Leider hat er eine Muskelverhärtung mitgebracht und so konnten wir nicht wandern gehen oder ähnliches. Stattdessen waren wir essen an den typischsten Orten hier: 

















Sandwiches im Pub "La última Frontera", Fleich, Fisch und Empandas im "Encuentro costumbrista de Niebla". 
Deutsches Bier, Currywurst und Spätzle bei der Kunstmann-Brauerei.
Das gute Wetter haben in Niebla genutzt, um am Strand entlang zu spazieren, Delfine zu beobachten und die spanische Festung zu besichtigen. Die Aussicht von dort aus ist sehr schön, die Anlage ist strategisch positioniert, gegenüber gibt auch eine Festung und so wurde kein feindlicher Angreifer in die Bucht nach Valdivia gelassen. Im Sonnenschein sich diese Naturlandschaft anzuschauen und sich vom Wind die Haare zerzausen zu lassen, ist immer wieder ein Erlebnis. Es ist sooo schön hier und das in nächster Nähe.

Am Sonntag seines Besuches (3. April) sind wir mit verschiedenen Bussen übers Land gefahren und hatten als Ziel die Thermen von Liquiñe. Bis nach Coñaripe sind wir gekommen, ein sehr ländliches Dorf, d.h. ein paar Häuser entlang der Kiesstrasse. Von dort gab es keinen weiteren Verkehr mehr und wir haben die Dienste eines Touristenführers in Anspruch genommen, der uns zu den nächstgelegenen Thermen chauffiert hat. Es waren zwar nicht die geplanten, aber sehr schön angelegt und mit allen Annehmlichkeiten. Dadurch, dass es hier in Chile und besonders in der Gebirgskette der Anden viel vulkanische Aktivität gibt, entstehen diese natürlichen heissen Thermen, die Temperaturen zwischen 38° und 42 ° C vorweisen.


Unter freiem Himmel haben wir das angenehm warme Wasser genossen, welches auch noch heilende Mineralien beinhaltet. Gut waren auch die Hydromassagen, wo man sich in eine Liege unter Wasser legt, so dass nur der Kopf herausschaut. Da vergisst man wirklich alles um sich herum und ist gefühlte tausende Kilometer von der Arbeit und dem gewohnten Alltag weg. Danach sind wir noch in ein Dampfbad gegangen, das von aussen eher wie ein Plumpsklo aussah. Man setzt sich in einen Holzkasten mit Loch obendrin zum Atmen und innendrin entsteht Dampf aus dem heissen Wasser, welcher sich mit dem Aroma der auf dem Boden liegenden Eukalyptusästen-und blättern mischt.


Sehr entspannend und reinigend auf jeden Fall. Ein Tag nur zum Relaxen. Das Schlammbad war auch ein Höhepunkt. Etwas... gewöhnungsbedürfig der Geruch, aber danach war die Haut sooo zart... Auch den Männern hats gefallen...
Unvergesslich, dieser Tag, ich einenre mich so gerne daran.
Der Vulkan Villarrica auf der Rückfahrt von Coñaripe nach Lican Ray



Freitag, 25. März 2011

Schon wieder Freitag

Es ist mal wieder Freitag, schon wieder ist eine Woche rum. Die Zeit geht so unglaublich schnell vorbei. Es war doch grade erst Wochenende...
Natürlich ist auf der Arbeit viel los, es nimmt mich ziemlich in Anspruch. Oft habe ich viel Spass, gerade weil die Atmosphäre in unserem Büro so angenehm ist. Gerade mit Emelina, der Designerin, verstehe ich mich sehr gut und wir versuchen so gut wie möglich zusammen zu arbeiten. Im Moment bin ich verantwortlich für einen Exportauftrag und regele alles, was damit zu tun hat. Im Unternehmen bin ich schliesslich die einzige, die englisch kann. Ich war ein bisschen besorgt, ob ich alles richtig mache, da sich bei diesem Export um ein sehr wichtiges Geschäft handelt und ich wie gesagt es alleine handeln muss. Aber alle sind sind hilfsbereit und so schaffen wir es gemeinsam, das durchzuziehen. Nächste Woche wollen wir die Musterprodukte versenden. Bin gespannt, ob alles gut läuft und hoffe, dass der Kunde zufrieden ist.
Ansonsten bin ich auf der Arbeit dafür verantwortlich, die Verkaufszahlen zu verfolgen, zu analysieren und Berichte zu schicken, so dass alle darüber informiert sind, was wir verkaufen. Interessant, aber viele Zahlen, mit denen ich umgehen muss. Mir schwirrt der Kopf manchmal.
Und obwohl so viel zu tun ist ich manchmal gestresst bin, bekomme ich doch immer freitagnachmittags diese Nostalgie. Da mag ich gar nicht heim gehen, weil ich so gerne in der Schokoladenfabrik bin. Ich fühl mich wohl dort, gut aufgenommen und unter Freunden, oder besser in einer grossen Familie. 
Heute bin ich eigentlich den ganzen Tag im Th-Shirt herumgelaufen, es war schön warm und zwischen dem Regen ist öfters mal die Sonne herausgekommen. Nur jetzt habe ich diesen Pulli an, der so gut zu den Ohrringen passt. Ich mag es, wenn die Muscheln klingeln, wenn ich meinen Kopf bewege. Das gibt so ein Gefühl von Sommer. Naja, damit hab ich jetzt abgeschlossen, die Strandsaison ist für mich zumindest vorbei, auch wenn im Rest von Chile noch Sommer ist. Hier ist ist das Wetter generell ziemlich unstabil, zwischen 5° und 25° ist alles mit dabei.. So ist eben Valdivia. Aber so lang sonst alles in Ordnung ist, macht einem das Wetter ja nichts aus. Diese Woche habe ich eigentlich nicht viel unternommen, Montag und Dienstag bin ich erst spät nach Hause gekommen, war 2mal in der Stadt nach der Arbeit und hab ansonsten den Abend zuhause vergammelt, mit meiner Serie, Desperate Housewives. Damit kann ich den Arbeitsalltag wenigstens für 40 Minuten vergessen. Gestern und am Mittwoch bin ich aber nicht einmal dazu gekommen, weil ich vorher schon eingeschlafen bin. Hach, tut es gut, um 22 Uhr schon zu schlafen, da wacht man richtig erholt auf. Nunja, meine ganze Energie geht eben für die Arbeit drauf. Aber nächsten Freitag wird es sich bezahlt machen, da bekomme ich mein zweites Gehalt. Juhu! Und vom ersten ist noch so einiges übrig, wir haben gespart und es lohnt sich!
Ausserdem hat Marco eine neue Geschäftsidee wahr gemacht und einige von seinen herzhaften schwedischen Torten verkauft. Es ist richtig gut gelaufen, sie sind weggegangen wir warme Semmeln. Und zusätzlich hat er noch einen Catering-Auftrag für ein Geburtstagsessen angenommen und war heute den ganzen Tag damit beschäftigt, diese Dinge vorzubereiten. Und im Laden gegenüber ist endlich der Handwerker gekommen, der Gas und Wasser verlegt. Wie lange ich darauf gewartet habe. Es geht voran! Juhu!
Dies wird hoffentlich ein tolles Wochenende, ich bin zumindest mal super drauf, Bine kommt aus Santiago und wir treffen uns endlich mal wieder. Es gibt viel zu erzählen, freu mich darauf, sie zu sehen. 

Sonntag, 20. März 2011

Die schöne Seite von Valdivia

 

Bei einer meiner abendlichen Joggingtouren habe ich diese tollen Fotos von Valdivia geschossen. So sieht es also aus, da wo wir wohnen. Herrlich, oder? Dies ist alles hier auf der Isla Teja, einem gut gestellten Wohnviertel mit den schicksten Häusern der Stadt. Hier fühle ich mich an Deutschland erinnert, mit dem exakt gestutzen Rasen, den gepflegten, angelegten Vorgärten mit den Gartenmöbeln darin. Das ist hier die ganz grosse Ausnahme, es ist wie eine andere Welt, das hat nichts mit dem Rest von Chile zu tun. Es ist abgeschottet vom Rest der Stadt, auf einem Hügeln gelegen, ein bisschen versteckt. Ich bin froh, dass ich diesen Stadtteil entdeckt habe und komme gerne zum Entspannen hierher. Ich brauche einfach den Kontakt zur Natur, nachdem ich den ganzen Tag im Büro sitze, die ganze Woche lang. So komme ich auf andere Gedanken und fühle mich weit weg vom Alltag.






Und das Abendlicht des Sonnenuntergangs trägt seinen Teil dazu bei, dass alles ruhig und friedlich da zu liegen scheint. Von solchen Aussichtspunkten sieht man, wie nahe wir hier der Natur sind.

Ostergeschäft

 Bei Entrelagos läuft das Ostergeschäft auf hohen Touren, die Grosskunden sind inzwischen schon gut versorgt mit Ware. So sieht es dann in den Supermärkten aus: Ein ganzes Regal voll mit Entrelagos-Produkten. Das erfüllt mich und uns schon ein bisschen mit Stolz. Das Ostergeschäft ist natürlich das massivste Ereignis im ganzen Jahr, gefolgt von Weihnachten und Muttertag. Natürlich habe ich so auch viel zu tun, damit auch alles glatt läuft und alle Kunden zu ihrer Ware kommt, ohne das etwas schiefgeht oder etwas fehlt. So mache ich Überstunden, bin viel am analysieren (Verkaufs- vs. Produktionszahlen), informieren, telefonieren, koordinieren. Und nebenher hatte ich noch Besuch, von den Verkäufern und von einer wichtigen neuen Kunden, die ich betreuen musste. Aber so verliere ich wertvolle Arbeitszeit und viele Dinge bleiben liegen. Nächste Woche geht es genau so weiter, hoffentlich klappt alles. Ich mache mir auch in meiner Freizeit viele Gedanken um die geschäftlichen Anliegen und habe es manchmal schwer, mich zu entspannen.


Ich war mal wieder im Schwimmbad - inzwischen ein wenig saniert, zumindest mal neu gestreichen - und konnte diese Zeit für mich schön geniessen. Lange her, dass ich dort war. Jetzt möchte ich wieder anfangen, regelmässig zu schwimmen, es tut mir einfach so gut. Aber es ist so schwer, sich zu motivieren. Wenn ich von der Arbeit komme, will ich einfach nur ausspannen, aber wenn ich mich einmal hinlege, ist es schwierig, aus diesem Ruhezustand in den Sport-Modus zu gelangen. Aber immer wenn ich es schaffe, bin ich sehr froh darüber. 
Die Arbeit ist eben sehr fordernd, ich bringe meine gesamte Energie und mein Herzblut mit ein. Ich mache es gerne, ich liebe meine Arbeit und bin so gerne dort. Und ich tue natürlich mein Bestes, damit alles gut läuft. Das Arbeitsleben ist der totale Gegensatz zum Studentenleben, es hat sich viel geändert, man hat wenig Zeit für sich selbst und längst nicht mehr so viel Energie, zum Weggehen oder um etwas zu unternehmen. So habe ich dieses Wochenende gar nichts gemacht, nur ausgeschlafen bis um 11. Gestern war ich schön Eis essen, es war ein herrlicher Sonnentag, wahrscheinlich so ziemlich der letzte dieses Sommers. Bin an der Costanera entlang gelaufen, habe eine Deutsche kennengelernt, die für 2 Jahre hier in Valdivia an der dt.Schule arbeitet, wir haben die Wasserskiläufer und Jachten beobachtet und die Natur genossen. 
So ist dieses Wochenende sehr entspannt, gestern war ich Brombeeren pflücken und bin gemütlich durch die Teja Sur, ein schön gelegenes Wohnviertel mit toller Aussicht auf die Umgebung, den Fluss und die Hügel, spaziert. Habe mich auf die Wiese gesetzt und den Flug der Möwen und Falken über dem Schilf beobachtet. Hach, wie schön, die Natur so nah zu haben. Heute bleiben wir zu Hause, Coty und ich wollen Spätzle kochen, bin mal gespannt, wie sie werden... 
Aber ich würde so gerne reisen. Rauskommen aus Valdivia, mal was Neues sehen. Mein aktueller Traum ist die Carretera Austral, die Strasse, die von Puerto Montt aus in den unwegsamen verlassenen Süden führt, durch die naturbelassene Landschaft von Patagonien. Einfach beeindruckend, diese Naturwunder, wie zum Beispiel die "Marmorkathedrale" in der Nähe von Coyhaique. Und diese Landschaft soll von den Mega-Stauseen überschwemmt werden, ein heiss diskutiertes Politikum. Hach, aber über chilenische Politik schreibe ich lieber nicht, da gibt es so einiges, was mir gegen den Strich geht. Zum Beispiel will Piñera die Atomkraft fördern und unterschreibt Kooperationsverträge. Und das nach der Katastrophe in Japan.. Wer versteht das?

Samstag, 5. März 2011

Ein Freitag

Auf dem Weg zur Arbeit heute morgen ist dieses Foto entstanden. Ich konnte ausschlafen, hab erst um 9 aus dem Haus müssen. Wir haben bei meiner Exchefin zuhause gearbeitet. Sie hat ein kleines Kind, einen Monat alt und ist im Mutterschutz. Da aber meine Abteilung nur aus Mercedes, die nur Rechnungen schreibt, mir und meinem Chef, der erst seit Januar dabei ist als Vertretung, besteht, gibt es viele Themen, die liegen bleiben, weil wir davon nichts wissen. Aber heute wurde wir aufgeklärt und es sind alle Unklarheiten beseitigt. Schön, wenn so viel Licht ins Dunkel kommt. Und das Haus ist auch sehr schön, es ist deutlich angenehmer auf dem Sofa mit Ausblick auf den Garten und den Fluss zu arbeiten als in unserem Mini-Büro, wo noch nicht mal wirklich Tageslicht hinein kommt. Umso mehr geniesse ich es, draussen zu sein, über die Brücke zu gehen und die Sonnenstrahlen zu geniessen.
Eigentlich hätte ich heute meinen erstes richtige Gehalt bekommen. Hatte mich schon drauf gefreut und mir überlegt, was ich alles ausgeben kann und mir leisten kann. Aber: Das Gehalt wurde mir in Form von einem Scheck gegeben. Das heisst, ich kann ihn erst am Montag eintauschen und müsste dafür mir frei nehmen, um zur Bank zu gehen. Grrr... weiss nicht, warum es immer noch Schecks gibt. Aber das ist hier Gang und Gäbe als Zahlungsmittel. Sowohl innerhalb des Unternehmens, mit Kunden und Lieferanten, aber auch im Supermarkt oder an der Tankstelle.
Die Woche auf der Arbeit war sehr positiv, ich habe viel getan und mich sehr einbezogen gefühlt. Das ist nicht immer so. Aber ich sehr mehr und mehr, was ich alles anrichten kann und dass ich mehr Möglichkeiten habe, als ich gedacht habe. Naja, das ist eigentlich immer so: Man schränkt sich viel zu sehr ein, wir könnten so viel tun und haben immer so viele Ausreden oder Gründe, die dagegeben sprechen. Wieviel geht uns verloren, durch fehlenden Mut. Wir sollten alle mutiger werden und mehr Gutes tun! Sich selbst und den inneren Schweinehund zu überwinden, ist zwar schwierig, aber ich sehe immer wieder, wie sehr es sich lohnt!
In meinem Fall, diese Woche zum Beispiel: Ich würde so gerne mehr Sport machen, aber nach der Arbeit fühle ich mich zu müde und will einfach nur faulenzen und abschalten. Aber am Dienstag war ich schwimmen, das Schwimmbad ist renoviert und sieht ein bisschen besser. Das Schwimmbecken ist neu verputzt und die Decke neu gemacht. Schön entspannend war das, auch wenn ich gerne noch besser abschalten würde von der Arbeit. Es gibt so viele Gedanken, die mich in den Feierabend begleitet, ich denke immer daran, wie ich dies und jenes erledige und was ich am nächsten Tag zu tun habe. Bin dabei, mir das abzugewöhnen.
Am Mittwoch habe ich mich überwunden, joggen zu gehen. Eigentlich mehr wegen dem Hund, Maximo. In der letzten Zeit war ich öfters mit ihm weg, es macht Spass, mit ihm unterwegs zu sein. Er ist so glücklich! Er rennt und springt wie verrückt und man sieht ihm an, wie glücklich er dabei ist. Dieser Hund hat sogar ein richtiges Lächeln, wenn er mich begrüsst. Eigentlich stand ich bis jetzt nicht so sehr auf Hunde, aber je mehr man eine Beziehung aufbaut, desto wertvoller (preciosa) wird sie. Bin also gerne mit ihm unterwegs. Nächstes Mal, wenn ich geh, werde ich die Kamera mitnehmen. Leider ist unsere Kamara kaputt und auch nicht zu repararieren. Denk mal, von meinem ersten Gehalt werde ich eine neue Kamara kaufen. Mal schauen.